S1, S3 oder S5? Wieviel Sicherheit brauchen meine Füße?

Egal ob Sie einen Baum im Garten fällen, Ihr Haus bauen oder in der Garage an Ihrem Oldtimer schrauben. Wem schon mal ein Schraubendreher o.ä. auf den Fuß gefallen ist, der weiß wie schmerzhaft dies sein kann. Man mag sich nicht vorstellen, was passieren würde z. B. beim Einschlag eines Baumstamms oder ähnlichem. Ihre Sicherheit sollte daher stets an erster Stelle stehen – auch bei privaten Arbeiten.

Was für Profis Pflicht ist, ist für Privatleute freiwillig. Aber dennoch: Schützen Sie Sich selbst bei Ihren privaten Vorhaben genau so wie die Profis. Nicht umsonst gibt es spezielle Arbeits(schutz)kleidung für verschiedenste Arbeitsbereiche und Gewerke. Unter Schutzkleidung versteht man Kleidung, die gegenüber Gefahren bzw. Risiken einen Schutz bietet. Im Gegensatz dazu wird bei der Arbeitskleidung keine spezielle Schutzwirkung ausgelobt. Im Wesentlichen wird diese Kleidung getragen, um Verschmutzungen oder Feuchtigkeit von der Kleidung fern zu halten. Ein Beispiel das jeder kennt: der "Blaumann".

Bei Schutzkleidung ist es notwendig, dass die Kleidungsstücke in einem geeigneten Prüflabor hinsichtlich verschiedener Eigenschaften geprüft werden. Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt für die meisten Schutzkleidungen eine so genannte Zertifizierung durch eine zugelassene Stelle. Bei der Prüfung der Schutzkleidung werden sowohl die Gestaltung/Ausführung als auch die Schutzwirkung überprüft.

Schuhe sind ein besonders wichtiger Aspekt bei der Arbeitsschutzkleidung! Aber was ist der richtige Schuh für mich und mein Vorhaben? Sicherheits-, Schutz- oder Berufsschuh? S1, P3 oder O5? Bei allen Schuharten gibt es eine feststehende Definition (DGUV Regel 112-991 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung). Sie erfüllen als Fußschutz im Rahmen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) besondere Anforderungen – die jeweilige Kennzeichnung gibt Aufschluss darüber, welche das im Einzelnen sind.

"Sicherheitsschuhe" verfügen über eine Reihe von sicherheitstechnischen Eigenschaften, je nach Gefährdungslage zum Beispiel eine durchtrittsichere Sohle oder besondere Festigkeit vor Feuer, Wasser, Chemikalien und Schnitten. Alle Sicherheitsschuhe bieten mit einer Schutzkappe an den Zehen hohe Sicherheit vor Stößen oder Druckeinwirkung. Auch "Schutzschuhe" erfüllen verschiedene sicherheitstechnische Anforderungen, die Zehenkappe ist hier jedoch nur auf mittlere Belastungen ausgerichtet. "Berufsschuhe" müssen wiederum nur einen schützenden Bestandteil aufweisen, aber nicht über eine Zehenkappe verfügen.

Was sagen mir die sog. "Schutzklassen" S1 bis S5?
Das "S" bezeichnet Sicherheitsschuhe im allgemeinen, wohingegen "P" Schutzschuhe und "O" Berufsschuhe kennzeichnet. An alle drei Schuhausführungen werden abhängig von der Klassifizierungsart I oder II (I steht für Schuhe aus Leder oder anderen Materialien, hergestellt nach herkömmlichen Schuhfertigungsmethoden wie z.B. Lederschuhe und II für vollständig geformte oder vulkanisierte Schuhe wie bspw. Gummistiefel) gleiche Sicherheitsgrundanforderungen an Obermaterial, Futter, Lasche, Brand- und Laufsohle und den kompletten Schuh gestellt.

Kategorisierung und Schutzwirkung von Sicherheitsschuhen

  • SB – Grundanforderungen
  • S1 – Zusatzanforderungen (A+FO+E)
  • S1P – wie S3 nur ohne die Wasserdichtigkeit (A+FO+E+P)
  • S2 – wie S1, zusätzlich bedingte Wasserdichtigkeit (A+FO+E+WRU)
  • S3 – wie S2 und zusätzlich durchtrittsicher (A+FO+E+WRU+P)
  • S4 – wie S2, aber als wasserdichter Stiefel
  • S5 – wie S4, zusätzlich durchtrittsicher


Zusatzangaben:

  • A – antistatische Schuhe
  • AN - Fußknöchelschutz
  • C – leitfähige Schuhe
  • CI – Kälteisolierung (Probe bei -20 °C)
  • CR - Schnittfestigkeit
  • E – Energieaufnahme im Fersenbereich
  • FO – Öl- und benzinresistente Sohle
  • HI – Wärmeisolierung
  • HRO – Verhalten gegenüber Kontaktwärme (Wärmebeständigkeit der Sohle bei 300 °C für min.)
  • I - elektrisches Isolierschuhwerk
  • M - Mittelfußschutz
  • P – Durchtrittsicherheit
  • SRA – Rutschhemmung (Testverfahren: Keramikfliese/Reinigungsmittel)
  • SRB – Rutschhemmung (Testverfahren: Stahlboden/Glycerin)
  • SRC – Rutschhemmung (Testverfahren: SRA und SRB bestanden)
  • WR – Beständigkeit des gesamten Schuhs gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme
  • WRU – Beständigkeit des Schuhoberteils gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnah

Eine Empfehlungsliste geeigneter Schutzschuhe bzw. S-Kategorien (sortiert nach Gewerken/Berufsgruppen) finden Sie hier.
Das komplette Regelwerk der BG zur "Benutzung von Fuß- und Knieschutz" mit weiteren Infos finden Sie hier oder auf der Internetseite der Berufsgenossenschaften.

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